Aus dem Gemeinderat, 25.06.2026
01.07.2026
Der Hochwasserschutz in Neckarkatzenbach läuft an
Für Baumaßnahmen des Hochwasserschutzes in Neckarkatzenbach traf der Neunkirchner Gemeinderat drei Entscheidungen - Kurvenverlegung im zweiten Bauabschnitt

Auf den Monat genau ist es zehn Jahre her, dass der Krebsbach in Neckarkatzenbach seine wüste Seite zeigte, sein Bachbett verließ und in dem Dorf manches Unheil anrichtete. Im April 2019 fasste der Gemeinderat Neunkirchen einen Grundsatzbeschluss für ein Hochwasserschutzkonzept. Nun, sieben Jahre später, befasste sich das Gremium damit, wie dieses Konzept umzusetzen sei. Konkret ging es in der Juni-Sitzung um drei Auftragsvergaben, zwei davon galten Ingenieurverträgen. Eine 624.000 Euro „schwere“ Baumaßnahme war der andere Punkt; für diese Summe wird das Muckentaler Bauunternehmen Mackmull einen Geröllfang nordwestlich von Neckarkatzenbach bauen und den Krebsbach verlegen. Der jetzige Verlauf des Krebsbachs in einem künstlich geschaffenen Graben, der bis zu einem Meter über den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen liegt, verschiebt sich etwa 70 Meter weiter nach Süden. „Mithilfe einer gewundenen Laufführung mit Buhnen, Wurzelstöcken, Totholz und Gumpen soll der Krebsbach nach dem Umbau langsam durch die Wiesen mäandern“, schreibt die Gemeinde Neunkirchen auf ihrer Website. „Damit sollen die Abflussgeschwindigkeit gebremst und Rückhaltungen für die Wassermassen geschaffen werden.“
Die Wiesen in der Talaue am Dorfrand bewirtschaftet Landwirt Wolfgang Leßle, dem durch die geplanten Maßnahmen Flächen an dieser Stelle verloren gehen (an anderer – in Neunkirchen – hat er welche zum Ausgleich bekommen). Er hätte eine Verlegung des Bachbetts in die andere Richtung besser gefunden, hat darüber mit der Verwaltung, Bürgermeister Bernhard Knörzer und den Gemeinderäten diskutiert, kann aber mit den nun beschlossenen Maßnahmen leben. Den einstimmigen Beschluss im Gemeinderat dazu verfolgte er von den Zuhörerreihen aus. Die beiden anderen (ebenfalls einstimmig gefassten) Beschlüsse zum Hochwasserschutz werden zum Abschluss von Ingenieurverträgen führen: die Bauüberwachung und -leitung der oben genannten Vorhaben übernimmt das Büro René Mattern aus Mosbach für knapp 33.000 Euro, der zweite Vertrag wird mit denselben Ingenieuren abgeschlossen und umfasst 58.000 Euro; er betrifft die Kurvenverlegung.
Es geht um die Kurve der Neckarstraße am östlichen Ortseingang von Neckarkatzenbach plus eine umgebaute Bushaltestelle ebendort. „Die angenommene Bausumme“, erläuterte Knörzer, „liegt hier bei rund 550.000 Euro.“ Doch das ist der nächste Bauabschnitt. Die Gesamtkosten für den Hochwasserschutz belaufen sich auf etwa drei Millionen Euro, von denen die Gemeinde 700.000 Euro aus eigenen Mitteln stemmen muss. Im Juli dieses Jahres sollen die Bagger der Muckentaler Firma anrollen, Ende Oktober soll dieser Teil des Hochwasserschutzkonzepts fertig sein. Im Gegensatz zu den Baumaßnahmen bei Neckarkatzenbach (L633 von Guttenbach und die K3936 über Breitenbronn), die das Dorf derzeit schwer erreichbar machen, werden die Arbeiten im Krebsbachtal den Verkehrsfluss kaum ausbremsen. Wohl aber – und das sollen sie ja – das Wasser, das eines Tages wieder mit solcher Geschwindigkeit kommen könnte, dass mit dem veränderten Verlauf seine zerstörerische Macht gebrochen wird.
Da es keine Baugesuche zu behandeln gab und der Punkt Jagdverpachtung auch fix durch war, konnte Bürgermeister Knörzer den öffentlichen Teil der Sitzung nach 24 Minuten beenden, teilte aber vorher noch mit, dass in einem Monat mit der Schlussrechnung für das Neunkircher Nahwärmenetz zu rechnen sei. „Damit können wir fristgerecht die restliche Fördersumme in Berlin beantragen.“ Eine Nachfrage von CDU-Gemeinderätin Stefanie Leibfried zum Abverkauf von Bauplätzen führte zu der Auskunft, dass dieser derzeit etwas nachlasse. Bernhard Knörzer macht die bekanntermaßen hohen Baukosten dafür verantwortlich. „Aber es gibt immer wieder Anfragen.“ Gemeinderat Jan Kellner von der SPD regte einmal mehr die Installation einer E-Ladesäule im Ort an; „Da bin ich ganz bei dir“, reagierte der Rathauschef, doch will man seitens der Gemeinde erst die Arbeiten am Nahwärmenetz abschließen. Nachfrage auch zu Ärztehaus: „Gibt’s was Neues?“ Es sehe nicht schlecht aus, verwies Knörzer auf ein bevorstehendes Gespräch.
