Aus dem Gemeinderat, 20.02.2025

26.02.2025

Neue Katzenschutzverordnung tritt in Kraft

Ab 1. September 2025 Pflicht zur Kastration und Kennzeichnung

In der Februar-Gemeinderatssitzung ging es im wahrsten Sinne des Wortes um „Katzenjammer“: Wegen des Elends der Streunerkatzen stand die erste Neunkirchener Katzenschutzverordnung zur Abstimmung. Der Vorstand des Tierschutzvereins Mosbach und Umgebung hatte die Gemeinden dringend aufgefordert, eine solche Verordnung zu verabschieden. Man werde der Überpopulation von Katzen sonst nicht Herr. 

Das Elend der Streunerkatzen wird oft nicht bemerkt, denn die scheuen Pfotengänger fallen trotz Verletzungen und Infektionskrankheiten wie Katzenseuche, Leukose, Parasitenbefall und Unterernährung kaum auf. Zur Überpopulation tragen auch unkastrierte Hauskatzen und -kater bei. Das zuständige Tierheim Dallau, so Bürgermeister Bernhard Knörzer, habe 185 Katzen im Jahr 2023 und 187 Katzen bis zum Oktober 2024 aufgenommen, doch die Kapazitäten seien erschöpft. 

Mit der Katzenschutzverordnung wolle man den „unkontrollierten freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen beschränken oder verbieten“, um die Tiere vor „erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden“ zu schützen. Dies diene auch den ohnehin dezimierten Vogelarten, die ansonsten von den Streunerkatzen gejagt werden. 

Grundlage für die Verordnung ist das geänderte Tierschutzgesetz von 2013: Die Landesregierung gab in Folge des Bundesgesetzes die Ermächtigung an die Kommunen weiter, Verordnungen zum Katzenschutz zu erlassen. Zunächst sehr zögerlich setzten einzelne Städte und Gemeinden eigene Katzenschutzverordnungen um. Die Stadt Mosbach ging zum 19. November 2024 im Neckar-Odenwald-Kreis voran und weitere Gemeinden folgten. 

Die Katzenschutzverordnung der Gemeinde Neunkirchen legt eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Halterkatzen fest, die frei umherlaufen dürfen. Sollten Katzen aufgegriffen werden, deren Halter binnen 48 Stunden nicht ermittelt werden können, ist die Gemeinde berechtigt, die Katzen kastrieren zu lassen. Katzenhalter müssen ihre freilaufenden Katzen außerdem mit einem Chip oder einer Tätowierung kennzeichnen und bei Haustierregistern wie Tasso oder Findefix registrieren lassen. 

Zuständig für die zeitweise Unterbringung und Kastration der Katzen ist das Tierheim Elztal-Dallau, das von der Gemeinde Neunkirchen eine Fundtierpauschale plus einen Kastrationszuschuss von 0,10 Euro pro Bewohner erhält. Bei Halterkatzen werden die Kosten dem Besitzer auferlegt. Nach der Behandlung der Katzen werden diese wieder in die Freiheit entlassen. Der Gemeinderat votierte bei einer Enthaltung für die Katzenschutzverordnung. Diese tritt nach einer Übergangszeit am 1. September 2025 in Kraft. Bis dahin haben die Katzenhalter Zeit, ihre Hauskatze kastrieren, chippen und registrieren zu lassen. Bürgermeister Knörzer bat auch darum, streunende Katzen zu melden, um die Verordnung wirksam durchsetzen zu können. 

Baumaßnahmen 

Der Gemeinderat vergab außerdem eine Baumaßnahme an der Nahwärme-Heizzentrale. Das Bauunternehmen August Mackmull aus Elztal- Muckental erhielt als preisgünstigster und wirtschaftlichster Anbieter den Auftrag, den Lagerplatz für Holzhackschnitzel und die Zufahrt zum Lagerplatz zu bauen. Diese Maßnahmen kosten etwa 112.000 Euro brutto. Auch die Befüllung des Wärmespeichers an der Heizzentrale wurde vergeben. 1.000 Kubikmeter entmineralisiertes Wasser werden aus Rohwasser gewonnen und innerhalb 25 Tagen in den Behälter gefüllt. Der Gemeinderat stimmte der Maßnahme zum Preis von 13.600 Euro brutto einstimmig zu. Ein Baugesuch in Neckarkatzenbach wurde ebenfalls genehmigt und aus nichtöffentlicher Sitzung die Höhergruppierung von vier kommunalen Bediensteten bekanntgegeben. 

Gemeinderat Jan Kellner bat die Verwaltung, die Bauplätze Hummelwiese öffentlich auszuschreiben, um Interessenten rasch die Möglichkeit zur Bewerbung zu geben. In der Bürgerfragestunde interessierten sich Besucher der Sitzung für eine Besichtigung der Nahwärme-Heizzentrale und für den öffentlichen Nahverkehr in der Zeit der baubedingten Straßensperrungen. Bürgermeister Knörzer kündigte einen Besichtigungstermin im März oder April an. Außerdem werde der Verkehrsverbund Rhein-Neckar demnächst einen Ersatzfahrplan für die Zeit der Hauptstraßensperrung veröffentlichen. 

Informationen des Bürgermeisters 

Zur Sperrung der Straßen Eichwaldring, Waldstraße, Südmährer Ring und Am Tor: Die Grabe- und Verlegearbeiten Nahwärme gehen gut voran; erste Straßen werden schon geschlossen. Der 2. Bauabschnitt wird jetzt begonnen. Im Heizwerk wurde die Wärmepumpe eingebracht; der Schornstein folgt in Kürze. An der Zisterne wurde die Pumpe angeschlossen, die Wasser vom Brennersbrunnen zur Zisterne transportiert. Die Freiwillige Feuerwehr beginnt demnächst mit Saug Die Zisterne wird zum Schutz vor Frost mit Erdmaterial eingehaust. Die Arbeiten am Zeilweg mussten wegen Frost unterbrochen werden, gehen jetzt aber weiter. Mehrere Tafeln mit Nordic Walking Routen wurden an den Parkplätzen Hansewiesen und Kirchel mit Gewalt umgerissen und total beschädigt, ebenso eine Wandertafel in Neckarkatzenbach. Die Kosten für die Ersatztafeln zahlt die Allgemeinheit. Wer Vandalismus beobachtet hat, melde sich bitte im Rathaus, damit die Verursacher für die Kosten aufkommen. Interessant: Der Verein „Pfotensuche Sinsheim und Umgebung e.V.“ kümmert sich um tot aufgefundene Katzen. Von 566 Katzen, die seit 2020 in der Region Sinsheim-Mosbach gemeldet wurden, waren nur 181 kastriert und 147 gekennzeichnet. Wer eine tote Katze findet, kann dies an pfotensuche-sinsheim@outlook.de melden oder bei Nicole Ritter, 01520 76 44 814 Zugelaufene Streunerkatzen bitte im Rathaus Neunkirchen melden; für weitere Maßnahmen braucht es die Zustimmung des Ordnungsamtes.